Stoffwindeln – Die Vorteile der Öko-Windeln

Stoffwindel Vorteile

Stoffwindeln mit Vor- und Nachteilen / Bild © Pascal Montsma

Zu dem Verbrauchsmaterial, von dem Babys und Kleinkinder am meisten benötigen, gehören natürlich auch die Windeln. Doch hier scheiden sich oftmals die Geister und viele Eltern fragen sich, ob sie Stoffwindeln oder Einweg-/ bzw. Wegwerfwindeln benutzen möchten. Eine pauschale Antwort auf diese Frage ist schwierig, schließlich haben beide Windelformen sowohl Vor- als auch Nachteile. Letztlich müssen die Eltern selbst entscheiden, für welche Form der Po-Verpackung ihres Babys sie sich entscheiden, allerdings sprechen einige Gründe für die Stoffwindeln, die in den letzten Jahren zu Recht eine Renaissance erlebt haben.

Vorteile von Stoffwindeln

Stoffwindeln enthalten keine chemischen Zusätze und Kunststoffe und werden deshalb von vielen als hautverträglicher wahrgenommen, was insbesondere für empfindliche oder allergische Babys ein großer Vorteil ist. Einen wissenschaftlichen Nachweis für eine bessere Hautverträglichkeit von Stoffwindeln gibt es jedoch nicht. Experten empfehlen Stoffwindeln aus ökologisch angebauter und verarbeiteter Baumwolle. Da Stoffwindeln kein Plastik enthalten, lassen sie mehr Luft an den Babypo, so dass die Gefahr von Pilzinfektion verringert wird. Mit der richtigen Wickelmethode können sie leicht individuell angepasst werden und sind mindestens so auslaufsicher wie Wegwerfwindeln. Manche Experten glauben, dass Kinder mit Stoffwindeln schneller trocken werden, doch auch hier steht ein wissenschaftlicher Beleg noch aus. Es ist jedoch möglich, dass Kinder die Feuchtigkeit in Stoffwindeln schneller bemerken und ihnen dies deshalb auch früher unangenehm ist, was sie zu vermeiden versuchen.

Stoffwindeln sind wesentlich preisgünstiger

Über die gesamte Wickeldauer eines Babys betrachtet sind sie wesentlich preisgünstiger als Einwegwindeln, die Preisersparnis beträgt über die Wickeldauer von 2,5-3 Jahren hinweg mehrere hundert Euro. Sie halten lange und verlieren im Laufe der Zeit auch nicht ihre Saugfähigkeit. Stoffwindeln sind kuscheliger und angenehmer zu tragen, knistern nicht und riechen zumindest im Windeleimer auch weniger. Ein Grund dafür ist, dass der (feste) Windelinhalt leichter zu entsorgen ist, und zwar in die Toilette und nicht in den Müll. Überhaupt produzieren Stoffwindeln natürlich nur einen Bruchteil der Müllmenge, die durch Wegwerfwindeln entstehen. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) machen Wegwerfwindeln in manchen Städten 10% des gesamten Müllaufkommens aus – von den Ressourcen, die sie bei der Herstellung verbrauchen, einmal ganz zu schweigen. Die Umweltbelastung durch Stoffwindeln ist dagegen viel geringer und kann auch selbst reguliert werden, z.B. indem die Windeln bei 60° mit einem umweltschonenden Waschmittel gewaschen werden. Bei regelmäßiger Wäsche sind sie ständig verfügbar, auch wenn die Supermärkte schon geschlossen haben oder Eile geboten ist. Mit funktionierender Waschmaschine ist der Windelnachschub also automatisch gesichert.

Nachteile von Stoffwindeln

Allerdings haben Stoffwindeln gegenüber den herkömmlichen Wegwerfwindeln auch einige Nachteile, die nicht verschwiegen werden sollten. Auch wenn sie über die Wickeldauer hinweg eine Kostenersparnis bedeuten, sind sie in der Anschaffung zunächst deutlich teurer als Einwegwindeln. Auch sind sie nicht überall erhältlich. Stoffwindeln können häufig nicht so viel Flüssigkeit aufnehmen wie Wegwerfwindeln und häufig kommt der Urin leichter an die Babyhaut als bei Wegwerfwindeln. Hier kann es leichter zu Rötungen oder einem wunden Po kommen.

Einmalwindeln Alternative: Öko-Wegwerfwindeln

Manche Eltern (und Kinder) stört, dass Stoffwindeln je nach Anlegmethode und Material deutlich dicker sind als Einwegwindeln und dass es bei manchen eines zusätzlichen wasserdichten Schutzhöschen bedarf, das über die Windel gezogen werden muss. Das Anlegen einer Stoffwindel bedarf einiger Übung und Geschick und der Umgang mit Stoffwindeln ist natürlich zeitaufwändiger als mit Einwegwindeln, denn sie müssen gewaschen und getrocknet werden. Das ist besonders bei längeren Reisen ungünstig oder an Orten, wo nicht unbedingt die Möglichkeit zum schnellen Waschen und Trocknen gegeben ist. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt für diese Fälle, in denen man auf Einmalwindeln zurückgreifen muss oder möchte, übrigens Öko-Wegwerfwindeln mit ungebleichtem Zellstoff. Wer sich Zeit und Mühe sparen möchte, kann jedoch auch einen Windeldienst engagieren, den es heute in vielen großen Städten gibt. Diese Dienste holen die dreckigen Windeln in regelmäßigen Abständen zuhause ab und bringen sie gereinigt wieder zurück.

Über den Autor von Stoffwindeln – Die Vorteile der Öko-Windeln

Dr. Melanie Hahn

ist Diplom-Psychologin und seit ihres Studiums immer wieder in der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Außerdem schreibt und liest sie gerne und unternimmt in ihrer Freizeit gerne Ausflüge mit ihrem Mann und ihrem Hund.

Weitere Artikel von Dr. Melanie Hahn

Stoffwindeln – Die Vorteile der Öko-Windeln wurde geschrieben am 24.05.2011 und unter den Kategorien Erstausstattung veröffentlicht.

Ein Kommentar »

  1. […] und bunten Bändern dekoriert wird. Wer an die Umwelt denkt, bastelt die Windeltorte aus Stoffwindeln statt Einwegwindeln. Auch Pflegeprodukte, wie Babycreme oder Babyöl sind gern gesehen. Diese Dinge […]

Eine Frage von dir? Oder einfach einen netten Kommentar? Gerne!